Worum gehts?

Es war das Jahr 2009, genauer gesagt der Januar, in dem ich das Hobby der Aquaristik für mich wieder entdeckt habe. In meiner Jugend Besitzer von mehreren Becken und den verschiedensten Fischarten nahm ich zum Ende meiner Schulzeit Abschied von Cichliden, Salmlern und Co. Interessen ändern sich, Interessen können aber glücklicherweise auch zurückkehren.

“Angefixt” durch den immer mal wieder vorgekommenen Besuch eines großen Zoogeschäftes, und stimuliert durch zufällige Begegnungen mit dem mit Fachliteratur gespickten Bücherregal in meinem alten Kinderzimmer führte im Winter 2009 kein Weg an der Neuanschaffung eines Aquariums vorbei. Die Wahl wurde bestimmt durch das ausklingende Weihnachtsgeschäft, und im Angebotsprospekt einer großen Zookette fiel die Wahl schnell auf das Fluval Vicenza 260. Eine “kleine Pfütze” schloss sich von vornherein aus, war doch mein Metier immer das der Malawi- oder mittelamerikanischen Cichliden. So kam mir das 260 Liter fassende Becken grade recht. Das Komplettpaket, bestehend aus Unterschrank, Beleuchtung, Außenfilter und Heizer wurde verladen, entladen, aufgestellt und angestarrt.

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Für Malawicichliden geplant gestaltete ich das Becken. Lochgestein, Anubias und feiner weißer Sand – später Vallisnerien. Doch im weiteren Verlauf musste ich feststellen, dass ich einen entscheidenden Fehler gemacht hatte. Bevor ich diesen jedoch bemerkte änderte ich meine Pläne. Ich weiß nicht mal warum, es war eine Bauchentscheidung mich von einem Besatz mit afrikanischen Buntbarschen zu verabschieden.

Stattdessen orientierte ich mich zum Ende der vierwöchigen Einlaufphase um, und bepflanzte das Becken, entfernte das Lochgestein und gab eine schöne Wurzel hinzu. Beim durchstreifen der für mich leicht erreichbaren Zooabteilung fielen mir immer wieder Mikrogeophagus altispinosus (Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch) auf. Da eh schon Sand als Substrat vorhanden war, festigte sich schnell das Bild, einen von Corydoras und eben diesen kleinen geophaginen Buntbarschen bewohnten Bodengrund zu schaffen. Für den mittleren und oberen Beckenbereich noch einen Schwarm Salmler (im Verlauf entschied ich mich für 12 Exemplare Inpaichthys kerri – Königssalmler) und einen Trupp Otocinclus nicht bloß als Algenvernichter.

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Lange Rede, kurzer Sinn: Ich erlebte ein aquaristisches Desaster. Entscheidender Fehler war, dass ich beim Einbringen des Sandbodens den Sand trocken einbrachte. Die Folge ist manchem bekannt: Lufteinschlüsse bildeten sich, was wiederum zu einer Fäulnisbildung führte. Die Wurzeln der eingebrachten Pflanzen (Cabomba, Egeria, Hydrocotyle und weitere) verfaulten. Zusätzlich stimmte aber auch die Nährstoffbilanz nicht. Pflanzen wuchsen (auch nach Reinigung des Sandbodens – es kam nicht mehr zur Fäulnisbildung) schnell an, stellten aber sehr bald das Wachstum ein und zerfielen, lösten sich auf oder zeigten Mangelerscheinungen.

Es folgten diverse Rettungsversuche und aufputschende Maßnahmen. Die Leuchtstoffröhren wurden (wie ich heute weiß unsinnigerweise) gegen teuerste Markenprodukte aus dem Fachhandel getauscht, verschiedenste Volldünger und Zusatzdünger probiert. Eine Strömungspumpe wurde zudem installiert, um sicher zu gehen, dass die Umwälzung des Wassers auch korrekt verlief. Aber all das nützte nichts. Das gesamte Jahr 2009 habe ich mich (anfangs ambitioniert, später durch dauernde Rückschläge demotiviert) engagiert, um ein vernünftig funktionierendes System Aquarium mein Eigen nennen zu können: Mangelerscheinungen, Fadenalgen, Blaualgen wurde begegnet mit Düngen, Dunkelkur und Nachpflanzen.

Letztlich war ich schon fast soweit, mich mit dem ursprünglichen Gedanken abzufinden, ein pflanzenloses Becken einzurichten. Malawi, Tanganjika, Mittelamerika. Es war mir egal, hauptsache es läuft besser als das Jahr zuvor.

Aber ich tat es nicht. Eine erneute Bepflanzung mit einigen Bund Hygrophila Polysperma hatte sich über die Feiertage wieder einmal nicht wirklich entwickelt und ich erinnerte mich an einen Tipp, den ich bisher aus meinen Planungen ausgeschlossen hatte, da ich in der Vergangenheit mit dieser Komponente nie Probleme hatte:  Co2. Als Weihnachtsgeschenk schaffte ich also umgehend eine Co2 Anlage an. Überzeugt war ich aber noch nicht. Zuviel hatte ich bisher in dauernde Misserfolge investiert. Aber was sollte es sonst noch sein?

Möglicherweise menschliches Versagen. Warum menschlich? All die Zeit der Rückschläge ging ich davon aus, dass ausreichend Nitrat und Phosphat im Wasser vorhanden ist. Die Analyse des hiesigen Wasserversorgers und eigene Messungen per Tröpfchentest ließen keinen anderen Schluss zu. Warum Versagen? Meine Messungen waren in dem Punkt nicht konstant genug. Es war aus meiner bescheidenen Erfahrung für mich unvorstellbar, dass ein Stoff wie Nitrat, der ja nun auch durch Futter und Ausscheidungen der Fische entsteht in einem gut besetzten Aquarium nicht ausreichend vorhanden sein kann. Ich erschrak bei Anblick des Ergebnisses eines Tests den ich eigentlich nur zur Sicherheit machte um die Veränderung der Wasserwerte durch die Co2 Anlage zu beobachten. No3 (Nitrat) und Po4 (Phosphat) wurden nicht bloß in zu geringer Menge nachgewiesen: diese für Pflanzen so wichtigen Makronährstoffe waren überhaupt nicht Nachweisbar. Und ich erinnerte mich an einen weiteren, von mir nicht weiter verfolgten Tipp (auch dieser kam mir im ersten Moment einfach nicht relevant vor): NPK-Düngung, mittels derer gezielt Makronährstoffe wie das fehlende Nitrat und Phosphat aufgedüngt werden.

Ich möchte niemanden weiter langweilen. Lesen kann ermüden. Ich erfreue mich seit wenigen Tagen erstmals an wirklich wachsenden Pflanzen. Es war mir bisher fast peinlich, überhaupt von meinem Aquarium zu reden. Hatte ich doch vor, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, zu kritisieren, zu loben oder einfach nur beim Lesen des ein oder anderen Wortbeitrages Anderer abzuschalten.

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All das kann ich jetzt nachholen. Nicht deshalb gibt es diese Page. Diese Website hätte es schon viel früher geben sollen. Diese Seite ist auch nicht der Mittelpunkt der Generation @quarium. Timo-on-keys ist meine persönliche Spielwiese um mein Aquarium vorzustellen, vielleicht den ein oder anderen Kommentar zu erstellen (heiß diskutierte Sachverhalte gibt es in diesem schönen Hobby ja genug) und zu vernetzen.
In diesem Sinne: Herzlich Willkommen!

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