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Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii)

Allgemeines

Was über meine Erfahrungen mit Cleithracara maronii im Aquarium hinaus nicht fehlen sollte, sind einige allgemeine Angaben zum Maronibuntbarsch. Wissenschaftliche Einordnung, Vorkommen und Verhalten im Folgenden:

Systematik und natürliches Vorkommen des Maronibuntbarsch

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Barschartige Fische (Perciformes)
  • Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
  • Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
  • Unterfamilie: Cichlasomatinae
  • Art: Maronibuntbarsch (Cichlasoma maronii)

In freier Natur kommt der Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii) in Klarwasserflüssen des nördlichen Südamerikas vor (Guyana, Surinam, Französisch-Guyana, Trinidad). Langsam fließende Strömung und reichlich Totholz wird in diversen Quellen als markant für Biotope angegeben, die vom Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii) bewohnt werden.

Größe, Verhalten, Geschlechtsunterschiede und Fortpflanzung

Der Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii) ist ein relativ friedlicher, als scheu bezeichneter Buntbarsch (Cichliden). Größer als die kleineren Vertreter der südamerikanischen Zwergbuntbarsche aber weit kleiner als z.B. Erdfresser (Geophagus) oder Skalare (Pterophyllum), würde ich den Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii) als „Mittelklasse“ der südamerikanischen Cichliden bezeichnen. Wer natürlich Zwergcichliden (Apistogramma) und Großcichliden (Cichla) als Skalenbegrenzung hernimmt, wird mit meiner Definition ein Problem haben.

In verschiedenen Quellen wird Der Maronibuntbarsch mit einer durchschnittlichen Größe von 10 Zentimetern im ausgewachsenen Zustand angegeben. Wer ein bischen recherchiert, findet aber auch Bilder und Videos von weitaus größeren Exemplaren aus der Aquarienhaltung.

Der Maronibuntbarsch ist ein paarbildender Offenbrüter. Zu unterscheiden sind Männchen und Weibchen durch die Rücken- und Afterflosse. Beim männlichen Maronibuntbarsch sind diese beiden Flossen (wie bei vielen Buntbarschen) länger und spitz ausgezogen.

Maronibuntbarsch im Aquarium

Derzeit halte ich nur noch zwei von anfangs fünf Exemplaren des Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii) in meinem 720 Liter Aquarium. Die Tiere wurden von Anfang an in dieser Gruppenstärke eingesetzt. Allerdings in das damals noch existierende 260 Liter Becken. Eine Mischung aus Wurmbefall und Verpilzung hat meinem Bestand leider einen schweren Schlag zugefügt.

Gemäß der Biotopbeschreibung ist das 720 Liter Aquarium Maronibuntbarsch kompatibel eingerichtet. Mit großen Wurzeln, ohne Bepflanzung (im 260 Liter Becken war noch Bepflanzung vorhanden – problemlos) und feinem Sand, den jeder Maronibuntbarsch immer wieder gern „durchkaut“: ohne dabei das Aquarium komplett umzustrukturieren. Beliebter Aufenthaltsort ist der offene Wasserbereich um die Wurzeln und Hainbuchenäste im Aquarium, die vom Maronibuntbarsch gerne als Rückzugsmöglichkeit genutzt werden.

Aber auch der freie Schwimmraum wird von Cleithracara maronii genutzt. Gerade zum Abend kann man immer die ganze Maronibuntbarsch Gruppe beobachten, wie die veralgte Rückwand bis zur Wasseroberfläche abgegrast wird, oder an Laubresten des eingebrachten Gehölzes „nagen“.  Meine Cleithracara maronii sind unüberhörbar wenn sie an der Wasserkante angekommen sind. Ein glucksendes Geräusch eines jeden Maronibuntbarsch, das dann beim „Rückwandbeißen“ entsteht, signalisiert das in Regelmäßigkeit.

Cleithracara maronii: Neugierige Angsthasen – Beifische beruhigen

Ich habe bisher keinen Buntbarsch (Cichliden) gehalten, der gleichsam so Neugierig aber auch scheu ist, wie der Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii). Manchmal reicht es, am Aquarium vorbeizugehen, und allein durch die Trittgeräusche wird der Wurzelunterstand aufgesucht. Steht man dann aber vor dem Aquarium, wird erst aus der Deckung heraus geschaut, was da los ist, bis sich erst ein Maronibuntbarsch und dann doch die ganze Truppe Cleithracra maronii hervortraut und bei Fütterung am liebsten aus der Hand fressen würde.

Die Schreckhaftigkeit der Cleithracara maronii ist für mich aber auch zum Indikator geworden. An der Verhaltensänderung meiner Maronibuntbarsche erkannte ich letztlich einen Befall mit Fräskopfwürmern in meinem Aquarium.

Durch das ruhige Temperament kommen als Gesellschaft für Cleithracara maronii ruhige Welse und Salmler in Frage. Ich würde es im Nachhinein als einen Fehler betrachten, dass ich meine Maronibuntbarsch Gruppe als Erstbesatz mit Blutsalmlern (Hyphessobrycon eques) zusammen gesetzt habe. Das gab keine überaus großen Probleme, aber es passte einfach nicht wirklich zusammen. Die Salmler mit ihrem hohen Temperament und das ruhige Wesen des Maronibuntbarsch wirkten nicht harmonisch.

Ganz auf Beifische verzichten sollte man aber nicht. Ich habe den Eindruck, dass das Vorhandensein von Beckengenossen eine Art Sicherheit bei den Cleithracara maronii entsteht. Mit Rückgang der Gruppenstärke meiner Blutsalmler konnte man deutlich beobachten, dass die Maronibuntbarsch Truppe scheuer war als mit mehr Beifischen, die mglw. Gefahr ankündigen können. Mittlerweile (im 260 Liter Aquarium war das noch anders), bilden 20 Pristella maxillaris (Sternflecksalmler) den Beibesatz der Maronibuntbarsche.

Die Sternflecksalmler sind im übrigen auch für den Puristen der Aquaristik eine gute Wahl wenn es um Beifische für den Maronibuntbarsch geht. Stammen Sie doch aus dem gleichen Biotop wie Cleithracara maronii.

Fütterung und Fortpflanzung beim Maronibuntbarsch

Die Fütterung von Maronibuntbarschen stellt mich vor keine großen Probleme. Meine Cleithracara maronii nehmen alle im Zoohandel angebotenen Futterarten an. Von Trockenfutter (Flocken, Granulat, Tabletten) über Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien) bis zu gefriergetrocknetem Futter. Auch an einer für die Welse angebotenen Gurke wird gerne mal gepickt. Das der Maronibuntbarsch auch gerne mal die Rückwand abweidet, habe ich ja weiter oben schon erwähnt.

Die Vermehrung ist leider ein Punkt, zu dem ich nichts aus eigener Erfahrung schreiben kann. Es hat einfach noch nicht funktioniert. Mein Maronibuntbarsch Trupp besteht meiner Meinung nach aus zwei Weibchen und drei Männchen. Zu erkennen ist das in erster Linie am Verhalten und bei den vermeintlichen Maronibuntbarsch Männchen an den verlängerten Rückenflossen.

Auf der einen Seite sollte ich mich ja freuen, dass der Maronibuntbarsch ein so friedlicher Fisch ist. Aber leider geht es über kurze Territorialstreitigkeiten nicht hinaus. Es wird mal etwas gebalzt oder zwischen zwei Maronibuntbarsch Männchen eine Rangfolge angedeutet, aber das war es dann auch fast. Wenige Male konnte ich beobachten, dass ein vermeintliches Maronibuntbarsch Paar Balzrituale ausführte: Das „Kiemenschütteln“, Säubern eines Steins und Ausheben einer Grube. Passiert ist bei meinen Cleithracara maronii bisher aber nichts.

Update (11.01.2014): Auch ein kürzlich gestarteter Versuch, mit intensivierten Wasserwechseln, dem Einbringen von Blumentöpfen und reichlich Zufütterung brachte bisher keinen Erfolg.

Update (26.05.2014): Endlich Erfolg. Wenn auch nicht durchschlagend. im 720 Liter Aquarium haben die Maronibuntbarsche erstmalig abgelaicht. Allerdings mitten in die freie Sandfläche. Abgelaicht wurde kurz nach dem Einbringen von weiterem Hainbuchengeäst. Ob ein Zusammenhang besteht wage ich zu bezweifeln. Es werden wohl eher andere, nicht nachgeprüfte Faktoren ausschlaggebend gewesen sein. Durch den Umzug in das große Becken hat sich im Umfeld der Maronibuntbarsche ja vieles geändert.

Maronibuntbarsch Video

Einen Einblick auf die Cleithracara maronii in meinem Becken stelle ich hier als Video zur Verfügung. Einen typischen Lebensraum des Maronibuntbarsch – den Crique Grand Laussat in Französisch-Guayana – hat Dr. Jörg Vierke in Wort und Video festgehalten. Zu sehen hier.

Maronibuntbarsch Bilder

Ein paar kurze Eindrücke: Maronibuntbarsch Bilder aus meinem 260 Liter Aquarium.

Links zu Cleithracara maronii

Wer mehr zum Maronibuntbarsch wissen möchte, findet im Netz interessante Links. Weitere Quellen nehme ich gerne auf, eine kurze Mail reicht.

  1. Fischbeobachtungen am Crique Grand Laussat in Französisch-Guayana
  2. Maronibuntbarsch auf wikipedia.de
  3. Maronibuntbarsch auf zierfischverzeichnis.de

 

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1 Kommentar

  1. Hi.

    Wunderschöne Tiere und eine schöne Beschreibung. Sie deckt sich komplett mit meinen Erfahrungen der Tiere. Ich hoffe noch mehr Fotos sehen zu können, vor allem von den Geschlechtsunterschieden der vermeintlichen Männchen und Weibchen. Dann auch bei mir ist großes Rätselraten angesagt, was diese Sache anbelangt.

    MFG

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