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Algen im Aquarium: was tun?

Getrübte Freude beim Betrachten des Glaskastens wird ausgelöst durch einen Nebeneffekt, der jedem Aquarianer in seiner aquaristischen Laufbahn schonmal begegnet ist: Algen im Aquarium. Sei es in der Einlaufphase, wegen falscher Nährstoffversorgung (Düngung) oder einfach, weil regelmäßige Pflegemaßnahmen verschludert werden. Oder, oder, oder. Das Auftreten von Algen kann viele Gründe haben. Algen sind nicht gleich Algen, aber eines ganz sicher: In jedem Aquarium vorhanden. Da auch in meinem Aquarium diverse Algen vorhanden sind greife ich das mal hier im Blog auf.

Welche Algen im Aquarium?

Es gibt eine Vielzahl von Algenarten und das Auftreten von Algen im Aquarium hat verschiedenste Ursachen – je nachdem womit man es zu tun hat. Klar ist aber: Ein Aquarium ohne Algen gibt es nicht. Gerade in den ersten Tagen und Wochen eines Aquariums sind Algen auch vollkommen unvermeidbar, da sich erstmal ein Gleichgewicht zwischen Nährstoffen und dem Abbau derselben einstellen muss.

Man kann aber versuchen, das Auftreten von Algen im Aquarium zu minimieren. Eines sollte man aber von vornherein aus der Liste der Möglichkeiten streichen: Mittelchen und Zusätze, die der Fachhandel bereit hält. Bei Algen im Aquarium ist immer die Ursache für ein vermehrtes Auftreten von Algen zu suchen. Das Fehlen von im Fachhandel angepriesenen Zaubermitteln ist keine Ursache, sondern reiner Werbemythos diverser Hersteller.

Ich habe es im Aquarium sicher mit Algen zu tun, die ich nicht kenne. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit – das können andere besser aber nutze folgende Einteilung, um die Algen, die in meinem Aquarium zu finden sind oder waren näher zu beschreiben:

  • Blaualgen (eigentlich keine Algenart sondern Cyanobakterien)
  • Grünalgen
  • Kieselalgen
  • Rotalgen

Blaualgen im Aquarium

Blaualgen im Aquarium
Blaualgen im Aquarium

Blaualgen sind keine Algen im eigentlichen Sinn. Vielmehr handelt es sich bei Blaualgen um Bakterien (Cyanobakterien). Blaualgen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich im Aquarium in schleimiger Konsistenz über Pflanzen, Deko und Bodengrund ausbreiten. Im Anfangsstadium sind Blaualgen im Aquarium leicht zu entfernen, indem man sie einfach absaugt oder von glatten Flächen (z.B. die Scheibe vom Aquarium) mit einem Schwamm abwischt.

Sollte ein starker Befall vorliegen hilft nur noch eins zuverlässig: Die Dunkelkur. Bei der Dunkelkur wird das Aquarium über mehrere Tage komplett abgedunkelt und den Bakterien das wichtigste genommen, was sie zur Vermehrung brauchen: Licht. Während der Dunkelkur ist jeglicher Lichteinfall zu vermeiden. Eine mögliche Co2 Düngung sollte ausgesetzt werden. Eine zusätzliche Belüftung mittels Sauerstoffpumpe ist angebracht.

Sollte ein Befall mit Blaualgen im Aquarium per Dunkelkur notwendig sein, kann es passieren, dass lichthungrige Pflanzen die Dunkelkur nicht schadlos überstehen. Robuste Arten wie Anubias, Vallisnerien oder Javafarn sind dahingehend unproblematisch. Das ist zumindest meine eigene Erfahrung, als ich mit Blaualgen im Aquarium zu kämpfen hatte.

Grünalgen: Fadenalgen und Punktalgen

Fadenalgen und Punktalgen habe ich immer wieder mal in meinen Aquarien. Und ich bin mir sehr sicher: Beide Algen sind mit die häufigsten im Aquarium eines jeden Beckenbesitzers.

Fadenalgen treten bei mir immer dann auf, wenn Nährstoffe fehlen, die das Wachstum der höher entwickelten Pflanzen begünstigen. Wenn ich mal nicht bemerke, dass meine Co2 Flasche leer ist, sind Fadenalgen bei mir ein betriebsinterner Indikator 😉

Fadenalgen im Aquarium
Fadenalgen im Aquarium

Aber Fadenalgen im Aquarium sind unproblematisch zu entfernen. Die vielfach beschreibene Holzstäbchen Methode hilft schnell und Zuverlässig. Dabei wird ein hözerner Schaschlickspieß in die Algenfäden gehalten, und die Algen im Aquarium wie Spagehtti aufgedreht. Sollte es mal allzusehr gewuchert haben, muss man die Pflanzen zurückschneiden. Meist treten die Fadenalgen im Aquarium ja eh oberflächennah auf, wo ein regelmäßiger Rückschnitt erfolgt.

Punktalgen sind da schon hartnäckiger. Ich bin gelinde gesagt der Meinung: Die nerven! Aber nun gut. Da sie mich nur an der Frntscheibe stören, werden sie auch nur dort entfernt. Und das geht – wenn auch nicht so einfach wie das Aufdrehen von Fadenalgen – am besten mit einer alten Chipkarte (z.B. EC-Karte). Das weiche Plastik hat den Vorteil, keine Kratzer im Glas zu hinterlassen, aber die scharfe Kante reicht dennoch aus, um die Algen im Aquarium an der Frontscheibe abzurasieren.

Punktalgen im Aquarium an der Frontscheibe
Punktalgen im Aquarium an der Frontscheibe

Diverse Quellen beschreiben Co2 Mangel und zu wenig Phosphat als Ursache von Punktalgen im Aquarium. Da ich kürzlich aus Spaß an der Freude mal durchgemessen hatte, kann ich derzeit sogar bestätigen, dass in meinem großen Aquarium ein Phosphat-Mangel vorherrscht. Bei gleichzeitigem verstärkten Punktalgenwuchs. Meine Schnecken tun sich aber ganz gütlich an der Zusatznahrung.

Aquarium neu eingerichtet: Kieselalgen

Kieselalgen ließen bei Neuenrichtungen nie lange auf sich warten. Das waren bei mir immer mit die ersten Algen im Aquarium. Aber gleichzeitig auch die ersten Algen, die wieder aus dem Aquarium verschwunden sind. Da Kieselalgen für mich nie ein Problem waren, und ich sie außerhalb von Einlaufphasen nie hatte, fällt dieser Absatz sehr kurz und unbebildert aus. Als Tipp: So einfach lässt sich keine Alge aus dem Aquarium entfernen. Es reicht ein Wisch mit einem weichen Schwamm oder Filterwatte, um die braune Trübung von der Scheibe zu bekommen.

Rotalgen – kleine Büschel im Aquarium

Bartalgen habe ich seit kurzer Zeit in meinem kleinen Aquarium. Genauer gesagt seitdem es besetzt wurde und dadurch Futter eingebracht wird. Ich werde das mal beobachten. Es sind vereinzelte, kleine Büschel.

Pinselalgen im Aquarium auf Substrat
Pinselalgen im Aquarium auf Substrat

Verstärktes Wasserwechseln im Aquarium kann hier helfen. Diverse Quellen schreiben von zu wenig Co2 und zu hohen Ammoniumwerten als Ursache.

Es gibt keine Scheibenputzer (Algenfresser)

Zumindest würde ich viele der oft genannten Vertreter unter diese Überschrift fallen lassen. Vielfach wird bei Algen im Aquarium empfohlen, Antennenwelse (Ancistrus) oder Siamesische Rüsselbarben (Crossocheilus siamensis) einzusetzen. Und das sind nicht die einzigen Vertreter, die im Handel als Scheibenputzer, Algenfresser oder Algenfisch gegen Algen im Aquarium angeboten werden. Aber für die beiden Arten erklre ich gerne nochmal, warum man Fische nicht als Nutztiere bei Algen im Aquarium betrachten sollte.

Antennenwelse (Ancistrus sp.): Als Algenfresser angepriesene Tiere wie Antennenwelse (Ancistrus sp.) entfernen keine Algen im Aquarium. Als Jungtier sind sie noch fleißig dabei Algen im Aquarium zu fressen, mit dem Alter wird das allerdings immer weniger. Antennenwelse (Ancistrus sp.) vermehren sich zudem sehr stark. Wenn beide Geschlehter gepflegt werden, hat man schnell ein Nachwuchsproblem, da die Zahl der angebotenen Jungtiere die Nachfrage übersteigt. Bei Algen im Aquarium sollte man nicht vorschnell Antennenwelse (Ancistrus sp.) einsetzen.

Algenfresser für das Aquarium: Antennenwelse (Ancistrus) sind es nicht
Algenfresser für das Aquarium: Antennenwelse (Ancistrus) sind es nicht

Siamesische Rüsselbarben (Crossocheilus siamensis): Diese Tiere werden sehr groß, sind in Gruppen zu halten und verhalten sich in zu kleinen Becken mit dem Alter zunehmend aggressiv. So gut sie auch bei mir in der Vergangenheit Fadenalgen in Schach gehalten haben, es gilt: Diese Tiere sollten zu Bedingungen gepflegt werden die ihnen gerecht werden. Bei Algen im Aquarium werden sie leider schnell verkauft.

Wie verhindert man denn dann Algen im Aquarium?

Wichtig ist, dass die Ursachen von Algen im Aquarium gefunden werden. Häufige Ursachen sind zum Beispiel:

  • zu große Futtermengen
  • zu wenige und zu kleine Wasserwechsel
  • zu wenig Nährstoffe für Nährstoffkonkurrenten (Pflanzen)
  • zu wenige Nährstoffkonkurrenten (Pflanzen)
  • Co2 Mangel
  • falsche Beleuchtungskonfiguration und -zeit

Wichtig ist, dass man das Vorhandensein von Algen im Aquarium analysiert. Man muss sich darüber klar sein, dass das Wachstum von Algen im Aquarium beeinflussbar ist. Manchmal fehlen bestimmte Nährstoffe, um Nährstoffkonkurrenten wachsen zu lassen, manchmal gibt es einfach zu viel von allen Nährstoffen. Was in einem Aquarium richtig ist, kann in einem anderen Aquarium falsch sein. Ein patentrezept um Algen im Aquarium zu verhindern gibt es nicht.

Ein Beispiel: Eine Maßnahme kann sein, darauf zu achten, regelmäßige Wasserwechsel durchzuführen, um den Nährstoffüberschuss (in diesem fall wäre Nitrat ein wahrscheinlicher Kandidat) aus dem Becken zu befördern, und gleichzeitig verbrauchte Nährstoffe über das Leitungswasser wieder einzubringen. Ist der limiterende Faktor allerdings ein Mangel an Licht oder Co2 kann man soviel Wasser wechseln wie man will: Man laboriert dann an der falschen Stellschraube.

Ein weiteres Beispiel: Ein Einsetzen von mehr Pflanzen kann ja nicht immer das Ziel sein, wenn man Algen im Aquarium hat. Manche Aquarien will man ja bewusst ohne großen Pflanzenwuchs betreiben. Da wäre dann über Licht und Nährstoffein und- austrag zu regeln.

Links zu Algen im Aquarium

  1. Algendatenbank auf aquamax.de
  2. Algenratgeber auf flowgrow.de

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3 Kommentare

  1. elfriede schmid elfriede schmid

    Habe seit 2 Wochen ein 130 l Aquarium, habe nach 1 Woche mit der Bepflanzung begonnen, mache täglich den Wassertest mit dem Teststreifen. Es ist jetzt alles im Lot, habe noch keine Fische gekauft und die Pflanzen sind voller, ich glaube, Fadenalgen. Würde gerne in einer Woche ein paar Fische hineingeben, bin aber ein bißchen im Zweifel ob das nach dem relativ starken Algenbefall auch in Ordnung ist. Kann ich etwas tun, ob diesen Algen Herr zu werden?
    Besten Dank für eine baldige Antwort.
    Mit freundlichzen Grüßen
    Elfriede Schmid

    • Hi Elfriede,

      die einfachste Methode, Fadenalgen zu entfernen ist das mechanische Entfernen. Dreh Sie mit einem Holzstäbchen (Schaschlikspieß) wie Spaghetti auf. Das geht bei kürzeren Fäden schlechter als bei längeren. Für die Tiere stellen Fadenalgen (so wie andere Algen) jedenfalls keine Bedrohung dar. Algen sind auch nur Pflanzen, die im natürlichen Lebensraum der Fische mehr als genug vorkommen. Zum Besetzen des Beckens generell äußere ich mich nur äußert ungern, da ich dein Becken und den geplanten Besatz nicht kenne. Besetze am Anfang moderat, wenn der Nitritwert noch niedrig ist. Ein langsamer Anstieg wird von den Tieren gut verkraftet. Für ausführlich Diskussionen gibt es weitaus bessere Plätze, als mein Blog, der lediglich auf meinen eigenen Erfahrungen beruht 🙂

      LG
      Timo

  2. Finde die Seite sehr interessant. Das Algenproblem kenne ich auch sehr gut.
    Bei mir ist es besser geworden als ich eine Co2 Anlage ins becken gebracht habe.

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